Swiss Movers and Shakers

Written By Cae Silva
30.06.2016

In meiner täglichen Arbeit mit jungen Menschen in der Schweiz, die mit ihren Startup Ideen die Welt verändern wollen, lerne ich viele verschiedenen Facetten des Schweizer ICT Startup EcoSystems kennen. Gerne teile ich meine Erfahrungen aber auch Meinungen zu den verschiedensten Themen mit. Ziel ist es, das Schweizer Jungunternehmertum bestmöglich zu unterstützen und die Startup Themen an eine breite Masse von Interessierten zu transportieren.

Get Rich or Die Trying

Es hat mich sehr gefreut, diese Woche am Donnerstag Abend im Rahmen des WorldWebForumNextGeneration als Startup Investor und Mitgründer der Swiss Start up Factory (SSUF) meinen Beitrag zu einem wirklich coolen Event für Studenten und zukünftige Jungunternehmer zu leisten. Für mich ist es ein wichtiger Beitrag für die Next Generation, welche sich überlegt, den Schritt ins harte aber auch faszinierende Leben des Jungunternehmers zu wagen. Wir haben in der Schweiz die besten Innovations-Brutstätten der Welt, doch haben es erst wenige wirklich geschafft im Sinne einer erfolgreichen Execution weltweit erfolgreiche Startups aus der Schweiz heraus aufzubauen. Es ist an uns dies über die nächsten Jahre zu ändern und der Next Generation darzustellen was für unglaubliche, unternehmerische Chancen sie heute haben.

Swiss movers and shakers for a great
Swiss entrepreneurial future

Durch den ETH Entrepreneur Club mitinitiiert, ist der Hörsaal sehr gut besetzt und die jungen Interessenten hören gespannt den diversen internationalen Startup Spezialisten bei ihren Präsentationen zu. Auf dem Panel sprechen wir über die Unterschiede zwischen dem Silicon Valley und der Schweiz. Der Art und Weise wie Investoren in den USA mit Startup Teams umgehen und wie dies hier in der Schweiz geschieht. Warum wagen es nicht mehr junge, talentierte Menschen hier in der Schweiz ein Startup aufzubauen?

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Just do it

-Just do it- ist mein Startup Motto und ich tue diesem während des Panels auch kund. Ihr habt top Ausbildungen, seid jung, unabhängig und könnt wirklich aus dem Vollen schöpfen. Wenn ihr wirklich das Ziel habt ein eigenes Unternehmen aufzubauen, dann ist jetzt der Zeitpunkt damit anzufangen. Einen technical Co-Founder zu finden scheint für eine Zuhörerin ein grösseres Problem zu sein (wie übrigens für so viele andere auch). Wir sind doch hier an der ETH genau am richtigen Ort. Es stellt sich heraus, dass im Hörsaal mindestens 30 mögliche technical Co-Founders sitzen. Ich ermuntere die junge Dame ihre Idee bei diesen Herren (ja es waren ausschließlich Herren) zu pitchen. Warum muss ich sie dazu ermuntern? Warum hat sie dies nicht schon lange getan? Genau das ist für mich einer der Unterschiede zwischen der Schweiz und anderen, sehr erfolgreichen Startup Standorten auf dieser Welt. In anderen Zentren wird trotz höchstem Wettbewerb sehr aktiv ausgetauscht und gemeinsam an den nächsten grossen Themen gearbeitet. Menschen aus verschiedensten Kulturen, mit sehr unterschiedlichen Ausbildungen tauschen ihre Startup Ideen aus. Hier in der Schweiz traut man sich oftmals kaum seine Idee mit anderen zu teilen, weil man Angst hat, die Idee könnte geklaut werden (ich spreche immer von ICT Themen). Ganz ehrlich, was ist denn das für ein Selbstbewusstsein?

Share your Idea

Wer Angst hat seine Startup Idee aktiv zu teilen wird nie erfolgreich sein. Es versteht sich von selbst, dass man immer intelligent abwägen sollte, was für Informationen man bei wem Preis gibt. Wer aber Angst hat sich aktiv über die Idee auszutauschen, ist aus meiner Sicht einfach nicht selbstbewusst und Unternehmer genug die Idee wirklich am erfolgreichsten und am schnellsten aufbauen zu können. Tja dann werden es bestimmt andere schneller und besser machen, das ist nun leider einfach mal so. Es gibt aber ganz bestimmt nichts besseres, als Input von einer Vielzahl von Personen zu erhalten, um an seiner Idee weiter entwickeln zu können. Gut möglich, dass man genau auf diesem Weg auch noch gleich spannende Teammitglieder findet, welche die Begeisterung für die Idee teilen und mit anpacken.

Team vs. Business Idea
Während des Panels konnte ich den Zuhörern auch gleich unsere Erfahrungen des ersten Accelerator Batch’s der Swiss Start up Factory (SSUF) etwas näher bringen. Hatten wir doch aus 811 Bewerbungen (wir sind völlig überrannt worden), 120 vertieften Analysen und 37 Pitches am Schluss 7 Startup Teams ausgewählt und diese 3 Monate durch unser selbst entwickeltes Accelerator Programm (vom 18.1.2016 bis 15.4.2016) gepushed. Von den 7 Startup Teams welche an den Start gegangen sind, haben es am Schluss 4 Teams geschafft unseren Accelerator erfolgreich abzuschliessen und als Jungfirmen ausgegründet zu werden. Sie heissen beaconsmind, struckd, carhelper und blinkers und ich gratulieren ihnen auf diesem Weg nochmals ganz herzlich für ihre ausgezeichneten Resultate während des Accelerators. Ja genau, man kann während des Accelerator Programms auch rausfliegen! Aber das ist doch ein coaching Programm fragt ein Zuhörer? Ich würde es als hart aber herzliches Trainingscamp für Startup top Talents bezeichnen, welche wissen wollen, ob sie mit ihrer Startup Idee und auch als Startup Team, wirklich eine Chance im Markt haben könnten. Eine Teilnehmerin fragt, welches denn die Selektionskriterien sind bei unserer Auswahl der Startups? Ich mache klar, dass für uns wichtige Business Model Parameter erfüllt werden müssen, schlussendlich aber das Team die entscheidende Rolle spielt. Ich sehe überraschte Gesichter im Saal und muss mich erklären: Bei der SSUF sind wir überzeugt, dass sich die selektionierten Business Ideen über die 3 Accelerator Monate massiv verändern und weiterentwickeln (in der Startup Sprache ‘pivotieren’) werden. Dies hauptsächlich aufgrund des intensiven Testings, welches die Teams bereits sehr früh mit ihren Prototypen machen müssen (ab Woche 2 des Programms). Ein gutes Team schafft den erfolgreichen pivot nur begrenzt und nicht genug schnell. Ein top Team kann schnell reagieren, anpassen und danach gleich wieder testen, um schnellstmöglich einen marktfähigen Prototypen zu erreichen. Dies verlangt den einzelnen Team Mitgliedern viel ab, da sie die ganze Zeit ausserordentlichen Herausforderungen gegenüber gestellt werden. Entsprechend schaffen es nur die besten Teams, welche die richtige Startup DNA in sich tragen. Gerne erzähle ich in einem nächsten Beitrag im Detail, was wir bei der SSUF genau unter Startup DNA verstehen und wie diese während des Accelerator Programms zum Ausdruck kommt.